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Es könnte gestern gewesen sein, und das wahrscheinlich weil die Eindrücke noch so frisch sind: Man stelle sich London in klein vor, denn fast alles ist per pedes erreichbar. Okay, den langen Fußweg auf krummen Bürgersteigen von unserem Jacobs Inn zum Guinness Museum hätte man uns ersparen können – aber auch ein Guinness muss man sich erst verdienen. Und abends immer in den Temple Bar District, die Altstadt, Straßenmusiker, Folk in den Pubs, Sänger auf den Straßen, selbst vor einem der vielen Shopping Malls imitiert ein einsamer Gitarrist Eric Clapton. Es ist Musik in der Stadt, aber auch ein melancholischer, fast ernster Beigeschmack. Pat, unser genialer Guide für ein paar Stunden, zeigt und erläutert uns in kurzer Zeit, was andere Touristen sonst in vielen Tagen nur begreifen mögen: Die Erinnerung an die Hungerplage im 19. Jahrhundert , die momentane Wirtschaftskrise, den exzentrischen Oscar Wilde und nicht zuletzt Guinness, den vermutlich größten Wirtschaftsfaktor Dublins. Dazwischen rumpeln Doubledecker, schreien Möwen und betteln „Traveller“ mit den obligatorischen Pappbechern – einer telefoniert dabei mit seinem Handy – absurd.
Dublin ist eine junge Stadt, munter und gesellig – aber die 10er Zimmer in unserem Hotel und Ryan-Air mit seinen Gepäck- und Ticketkontrollen vergessen wir besser. Alle 26, die gesund losfuhren, kamen auch gesund wieder zurück. Einige hatten sich zwischenzeitlich in das satte Irischgrün gekleidet (sooo preiswert), und trotz unserer perfekten Anpassung waren wir wohl zu jung: Das gemeinsame Essen in einem ausgesuchten Restaurant konnte nicht stattfinden, da man dafür mindestens 21 Jahre alt zu sein hatte. Ein etwas zweitrangiger Pub musste herhalten. Vielleicht versuchen wir es in ein paar Jahren noch einmal – bis dahin Farewell Dublin. Mach weiter Musik und Prost mit deinem Guinness!
P.S. Wer noch etwas zur Kultur wissen will: Die Stadtburg ist fürchterlich verbaut, und im Naturkundemuseum haben alle ausgestellten Tiere Schusswunden – hat Pat gesagt.
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